Tuesday, April 25, 2017

Erste Schritte ins (my)poster-Land

This post discusses different options for poster printing and uses a german provider for that purpose, Therefore this time, german-only :-).

Motivation

Ich plane, mir ein Kunstwerk als Reproduktion an die Wand zu hängen. Bei vielen Museen gibt es mittlerweile die Möglichkeit, bekannte Klassiker als Datei in guter Auflösung für den Privatgebrauch herunterzuladen, eine Super-Sache! Dies trifft auch auf das Werk Telephone Booths von Richard Estes zu, bei welchem die Rechte beim Thyssen-Bornemisza-Museum liegen.

Estes, Richard. Telephone Booths, 1967. Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid

 Dabei kann man die Gelegenheit nutzen und digital die Farben etwas restaurieren wie in einem meiner früheren Beiträge beschrieben.

Nun ist nur die Frage, wie und wo soll es gedruckt werden? Ein erster Exkurs in die schöne neue Welt des Posterdrucks hat mich persönlich erstmal total überfordert, denn da gibt es den Druck als:

  • Poster (logisch)
  • FineArt Fotopapier (klar, besseres Material)
  • auf FOREX-Kunststoffplatte entweder als Direktdruck (!) oder auf FineArt-Papier das dann aufgeklebt  und mit einer matten Folie überzogen wird
  • auf eine Alu-Dibond-Platte auch entweder als Direktdruck oder auf FineArt-Papier siehe oben. Alu-Dibond ist eine schwarze Kunststoffplatte, welche beidseitig mit einer dünnen Aluplatte beklebt ist.
  • Gallery Print
  • Leinwand mit Aufspannung auf Holzrahmen
  • und noch viele weitere......

Das wird noch unübersichtlicher, da nicht jede Option in jeder Größe verfügbar ist. Da ein Wanddruck in Quadratmetergröße in den dreistelligen Eurobereich geht, habe ich mich dazu entschieden, erstmal Probedrucke in kleinem Format zu ordern.

Bisher war ich mit meinen Drucken immer bei einem anderen Anbieter, aber dort waren viele Optionen nicht in der gewünschten Größe verfügbar. Außerdem war ich zuletzt nicht so ganz glücklich mit der Farbwiedergabe versus meiner Bildschirmdarstellung und wollte herausfinden wo das Problem liegen könnte. Gesagt getan, nach einer Webrecherche bin ich bei MYPOSTER gelandet.

Auswahl

Die Testauswahl fiel auf:
  • FineArt Fotopapier auf Forex-Kunststoffplatte, matt laminiert: Ich wollte wissen, wie stabil diese Platte ist und wie die matte Laminatfolie wirkt.
  • ALU-Dibond Direktdruck: Die Farbwiedergabe soll leicht metallisch wirken.
  • Leinwand: Die Leinwand ist stark texturiert und sollte eigentlich gut zu einem Gemälde passen.
  • Poster: Der Unterschied zwischen dem hier verwendeten Fotopapier und dem Fine-Art mit matter Folie war hier die Frage.

Zuletzt hat mich auch interessiert, wie groß der Unterschied zwischen den Anbietern ist was Farbtreue und Schärfe angeht.

Im folgenden einige Bilder und anschliessende meine persönliche Bewertung.

Beobachtungen

Das Test-Portfolio: Links oben der Posterdruck, rechts Leinwand, links unten FineArt-Fotopapier auf FOREX-Platte, rechts daneben Direktdruck auf Alu-Dibond
Die Farbunterschiede sind hier gut erkennbar. Links FOREX-Platte mit FineArt-Fotopapier, Mitte Leinwand, rechts Direktdruck auf Alu-Dibond
Es ist kein Wunder, denkt man daran dass hier völlig unterschiedliche Druckverfahren zum Einsatz kommen, daß die Farben sich doch etwas unterscheiden.

Das Poster (Belichtung auf Fotopapier) benutze ich hier als Referenz. Mit den Farben und Kontrast bin ich sehr zufrieden. Ich hatte hier allerdings einen Haken bei Bildoptimierung gesetzt, was in der Vorschau einen minimalen Unterschied machte. Wie gewohnt spiegelt das Hochglanzpapier erheblich.

FineArt-Fotopapier auf FOREX-Platte: Die Farben sind hier etwas weniger gesättigt, daß Bild etwas kühler. Insgesamt ist der Unterschied aber gering. Im Gegensatz zum Hochglanz-Poster lässt sich das Bild aus praktisch jedem Blickwinkel anschauen, die matte Laminierung erfüllt ihre Aufgabe der Entspiegelung und der Schutzes für das Fotopapier sehr gut. Wobei allerdings aus kurzer Entfernung und in "spiegelnder" Richtung gehalten winzige staubähnliche Flecken sichtbar werden, vielleicht kleine Lufteinschlüsse. Bei normaler Betrachtung fallen diese dagegen nicht auf. Ich habe den Eindruck, dass durch das Laminat die schwarzen Stellen minimal aufgehellt werden, also der Kontrast geringfügig reduziert wird. Die weisse Platte lässt ist sehr leicht, wirkt stabil auch wenn sie sich von Hand elastisch verbiegen lässt. Die weisse 5mm-starke Schnittkante gefällt mir ebenfalls. Bildschärfe und Details sind sehr gut.

Alu-Dibond-Platte mit Direktdruck: Wie oben leicht zu sehen, ist die Farbwiedergabe sichtbar anders. Die Farben tendieren statt zum kühl/rötlichen wie beim Poster/FineArt eher zum gelb-grünlichen. Die Farbflächen wirken leicht grieslig, ein bisschen wie eine sandige Oberfläche. Das hat allerdings auch den Vorteil dass das Bild kaum spiegelt. Die Platte ist steifer als die FOREX-Platte, die Ecken sind allerdings nicht so präzise zugeschnitten wie bei dieser. Die silber-schwarz-silberne 3mm-starke Schnittkante wirkt sicher nicht schlecht auf einer weissen Wand.

Leinwand: Die ausgeprägte Oberflächenstruktur der Leinwand bewirkt, dass aus praktisch jeder Blickrichtung immer ein bisschen Spiegelung mit dabei ist. Der Kontrast ist insgesamt etwas geringer, da die Farbdeckung und der Farbverlauf durch die Stoffstruktur nicht durchgehend sind. Das ist aber sicher jedem bewusst, der sich die Leinwand als Träger für sein Bild aussucht und fällt bei normalem Betrachtungsabstand nicht mehr so auf. Ich habe die Option Bildrand-spiegeln gewählt um nichts vom Motiv zu verlieren. Der MDF-Rahmen ist stabil und lässt sich nicht verbiegen. Der 2.5 cm starke Rand verleiht bei diesem kleinen Bild natürlich Taschenbuch-Charakter, ist aber sicher bei größeren Drucken optisch ansprechend an der Wand.

Detailvergleich

Detail Direktdruck

Detail Poster (viel größerer Druck)

Detail Forex, Foto leider etwas unscharf

Detail Leinwand

Fazit - viel gelernt!

Das Poster ist immer noch eine gute und günstige Wahl: Super Bildqualität, die aber einen teuren Bilderrahmen erfordert und das Problem der Entspiegelung aufwirft. Wenn dann hinter Glas womöglich Luftblasen sind, sieht das Ganze nicht mehr ganz so schön aus.

FineArt-Fotopapier auf FOREX-Platte mit matter Laminierung


FineArt-Fotopapier auf FOREX-Platte: In sich stabil auch ohne Rahmen, gute Bildqualität und Farbtreue, unempfindliche Oberfläche, hat mir gut gefallen. Den geringen Kontrastverlust kann man vielleicht durch leichte Kontrastanhebung bei der Bildbearbeitung kompensieren.

Direktdruck auf Alu-Dibond-Platte

Alu-Dibond-Platte mit Direktdruck:Wie sagt man so schön? Direktdruck hat "Charakter". Wer die Oberflächenstruktur des Direktdrucks gezielt einsetzt und die Farben vorher durch einen Probedruck verifiziert, eventuell anpasst, kann damit eine eigene Wirkung erzielen. Ich bin allerdings nicht so ganz damit warm geworden.

Leinwand auf Rahmen, Rand gespiegelt

Leinwand: Wenn man die wuchtige Wirkung des Leinwandrahmens und die Oberflächenstruktur gezielt haben möchte, z.B. für Reproduktion für Aquarellbilder, ist bei der Leinwand richtig. Für die Wiedergabe von Fotos, vor allem mit größeren Farbflächen, wäre die Leinwand dagegen nicht meine erste Wahl: Noch einmal geringerer Kontrast, leicht spiegelnde Oberflächenstruktur und der selbst bei 2.5 cm für mich subjektiv zu dicke Tragrahmen sind nicht mein Ding.

 Für meinen Großdruck favorisiere ich deshalb jetzt Fotopapier auf Forex-Platte.
Was ich ebenfalls gelernt habe: Der Farbunterschied zwischen den Anbietern ist deutlich geringer als zu meinem Bildschirm, beide machen einen guten Job was die Farbwiedergabe angeht.

Das eigentliche Problem ist: Mein 6 Jahre alter Dell-Monitor mit CCFL-Hintergrundbeleuchtung ist sichtbar zu warm bei weissen Flächen. Der Versuch über eine Bildschirm-Farbkalibrierung mittels Spyder 5 Pro hat mittlerweile einiges verbessert. Wenn das auf Dauer nicht hilft, wegen vermutlich vergilbter Röhre, heisst es wohl: Neuen Monitor kaufen, seufz.

Die Probedrucke haben sich auf jeden Fall sehr gelohnt und auch Spaß gemacht.

Ich hoffe dass dieser Beitrag dem einen oder anderen bei dieser Frage weiterhilft :-).

Hinweis: Dieser Post ist in keiner Form durch MYPOSTER oder andere finanziell unterstützt worden und gibt nur meine persönliche Meinung, Eindrücke und Erfahrungen wieder.